Alte Wege gehen – Neues entwickeln


Etwa 200 Jahre alter Weg von Strasburg (Uckermark) nach Carolinenthal

Etwa 200 Jahre alter Weg von Strasburg (Uckermark) nach Carolinenthal

Dieser alte Weg ist vermutlich 200 Jahre alt. Oder sogar noch älter. Er führt von Strasburg (Uckermark) nach Carolinenthal. Wenn man noch weitergehen möchte, geht man nach Fahrenholz.
Ich bin diesen alten Weg heute gegangen, um zu erkunden, wie dieser Abschnitt der „Uckermärker Bauerntour“ aussieht, denn für „Das Hecken-Projekt“ ist eine gründliche Bestandsaufnahme sinnvoll. So kann man das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden. Von Carolinenthal kann man erfahren: der Ort wurde 1745 erstmals urkundlich erwähnt, ist also älter. Es gibt nur ein paar wenige Häuser im kleinen Ort. Bemerkenswert ist der alte Gutshof, der jetzt wieder hergerichtet ist und eine Buchbinderei beherbergt. Man nannte Carolinenthal auch „Mücken-Krug“ oder Guterbocksches Vorwerk. Heute gehört der kleine Ort zur Gemeinde Uckerland, der flächenmäßig größten ländlichen Kommune Brandenburgs.
Von Carolinenthal nach Fahrenholz führt der Weg am Waldrand entlang. Fahrenholz wurde schon 1287 erstmals urkundlich erwähnt. Einer dieser schönen, sehr alten Orte in der Uckermark.

Etwa 200 Jahre hat diese Eiche schon gesehen. Man findet sie am Weg von Fahrenholz nach Carolinenthal (Uckerland)

Etwa 200 Jahre hat diese Eiche schon gesehen. Man findet sie am Weg von Fahrenholz nach Carolinenthal (Uckerland)

Man findet noch wertvolle alte Baumbestände an diesem schönen Abschnitt der „Uckermärker Bauerntour“. Etliche hundert Meter blühende Kastanien, alte Eichen und – sehr besonders an diesem Weg – sehr alte Kopfweiden, die, obwohl sie aus größerer Entfernung wie „Baumruinen“ wirken, doch voller Leben sind.
Wer diesen alten Wegabschnitt aufmerksam geht, wird Felder finden, die mit großen Bäumen eingefaßt sind. Linden, Eichen, Kastanien. „Verwertbares Holz“, denn die Früchte wurden oftmals für die Tiermast eingesetzt. Die Bauern konnten rechnen. Deshalb schützten sie ihre Äcker vor Erosion und sie pflanzten, was nützlich war. Das ist heute oft anders. Da denkt man kurzfristiger, richtet sich nach der „Marktlage“ und nicht nach den Bedarfen kommender Generationen.

alte Straße von Strasburg (Uckermark) nach Carolinenthal. Rechts mit Baumbestand, links mit Schlehenhecke. Die Straße und einzelne, noch erhaltene Bäume sind etwa 200 Jahre alt

alte Straße von Strasburg (Uckermark) nach Carolinenthal. Rechts mit Baumbestand, links mit Schlehenhecke. Die Straße und einzelne, noch erhaltene Bäume sind etwa 200 Jahre alt

Unsere Vorfahren haben die alten Wege angelegt und sie bepflanzt. Wir könnten uns sonst nicht an ihrer Schönheit freuen.
Daran kann man denken, wenn man nun daran geht, und die alten, mittlerweile sehr lückenhaft gewordenen Hecken wieder schließt und neue anlegt. Schritt für Schritt wollen wir das tun. Stück um Stück, Abschnitt um Abschnitt. Damit sich unsere Nachfahren einmal daran freuen können.
Wir wollen das nicht alleine tun, sondern haben unser Projekt geöffnet für Menschen, die etwas für ihre Nachkommen tun wollen. So wird ein schönes Gemeinschaftswerk entstehen. Nach und nach. Schritt für Schritt. Abschnitt für Abschnitt.
Und, wenn es gut wird, werden unsere Pflanzungen so, wie die alten Hecken, die man heute noch sehen kann, noch in 200 Jahren zu sehen sein.
Wenn Sie sich daran beteiligen möchten, können Sie das hier tun.
https://www.betterplace.org/de/projects/42756-das-hecken-projekt-in-uckerland

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Wenn Sie Ihr Testament machen….


Heckenreste. Weg nach Uhlenhof. Hier ist Lückenschluss sinnvoll und ohne weiteres möglich

Heckenreste. Weg nach Uhlenhof. Hier ist Lückenschluss sinnvoll und ohne weiteres möglich

Es gibt Menschen, die wollen am Ende ihres Lebens etwas Sinnvolles hinterlassen.
Doch, die gibt es.
Sie regeln ihren Nachlass, wenn sie noch fit und gut beisammen und bei klarem Verstande sind.
Ich kenne Menschen, die überlegen sich das sehr genau. Ein Teil für die Familie, anderes für gemeinnützige Zwecke.
Es gibt immer mehr Menschen, die wollen, dass sie am Ende ihrer Lebensreise noch etwas für die kommenden Generationen beisteuern können.
Manch einer von den Wohlhabenden gründet deshalb eine Stiftung.
Aber auch Menschen mit einem kleinen Einkommen oder einer kleinen Rente wollen etwas Dauerhaftes tun, etwas Sinnvolles.
Manch einer gibt etwas in eine Stiftung, wieder andere unterstützen ein gemeinnütziges Projekt irgendwo auf der Welt.

Mir begegnen immer wieder Menschen am Ende ihrer Lebensreise, die sehr nachdenklich geworden sind über die Welt, die wir den Jüngeren hinterlassen. Und sie möchten ihr Scherflein dazu beitragen, das die größten Fehler zumindest gemildert werden.

Potenzial: z.B. 53 Kilometer entlang der "Uckermärker Bauerntour" in Uckerland.

Potenzial: z.B. 53 Kilometer entlang der „Uckermärker Bauerntour“ in Uckerland.

Unser „Hecken-Projekt“ gibt dazu Gelegenheit.
Denn wir pflanzen wieder Bäume und Sträucher an alten Wegen. Stellen wieder her, was einmal da war. Reparieren, was mittlerweile geschädigt ist.
Wir leisten damit einen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt, tun etwas gegen Bodenerosion, speichern Kohlendioxid aus der Atmosphäre und helfen der Natur, sich wieder etwas zu stabilisieren. An einem Rundweg allein in Uckerland sind auf diese Weise 53 Kilometer (!) möglich.

Wenn Sie mögen, können Sie dabei mittun. Abschnitt für Abschnitt, Meter um Meter.
In unserer Nachbarschaft gibt es einen Landwirt, der legt in jedem Jahr (!) einen Kilometer (!) neue Hecken an.
Das ist sein Testament. Das ist sein Nachlass. Das tut er, damit die Kommenden noch eine lebenswerte Welt vorfinden können.

Wenn Sie sich beteiligen wollen, können Sie das zum Beispiel hier:
https://www.betterplace.org/de/projects/42756-das-hecken-projekt-in-uckerland.

 

 

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Schließt die Reihen!


Heckenreste. Weg nach Uhlenhof. Hier ist Lückenschluss sinnvoll und ohne weiteres möglich

Heckenreste. Weg nach Uhlenhof. Hier ist Lückenschluss sinnvoll und ohne weiteres möglich

Das „Hecken-Projekt“ macht Fortschritte. Ein erster Abschnitt ist gepflanzt, ein zweiter ist finanziert, ein dritter bereits zur Hälfte finanziert. Die Abschnitte tragen Kindernamen. „Janine“ und „Fritz“ zum Beispiel.
Wir können im Herbst also weiter pflanzen. Wir konzentrieren uns zunächst auf das Schließen von Lücken. Denn, wie man auf dem Foto sehen kann: noch sind die Reste alter Erosionsschutzstreifen vorhanden und es bietet sich an, zunächst die Reihen wieder zu schließen.
Am vergangenen Wochenende haben wir uns exemplarisch einmal einen alten Feldweg angesehen. Er ist 5 Kilometer lang. Etwa 1 Kilometer ist noch erhalten. Die übrigen 4 Kilometer sind lückenhaft, aber gut durch Lückenschluss wieder zu vervollständigen.
Solche Wege wie den alten Uhlenhofer Weg gibt es etliche nicht nur in Uckerland, sondern überall in Brandenburg.

Deshalb eine Anregung: vielleicht kann die Landesregierung ein „Hecken-Programm“ auflegen, das den Eigentümern hilft, die Reihen wieder zu schließen. In anderen Bundesländern gibt es so etwas bereits. Weshalb nicht auch in Brandenburg?
Mit Hilfe eines solchen Landes-Programms könnten zahlreiche positive Effekte erreicht werden:
1. Sicherung von einfachen Arbeitsplätzen im ländlichen Raum (Zaunbau und Pflanzung sind leicht erlernbar)
2. Erosionsschutz
3. Klimaschutz (Hecken sind CO-2-Speicher!)
4. Erhalt der Artenvielfalt. In alten Hecken haben Biologen bis zu 1300 verschiedene Arten nachgewiesen!

Doch das ist noch Zukunftsmusik.
Wir gehen Schritt für Schritt vor. Beginnen mit Kirchen-Land, sprechen mit den Pächtern, definieren gemeinsam die sinnvollen Abschnitte, die ohne Verlust an genutztem Ackerboden wieder herstellbar sind. Schritt für Schritt, Abschnitt für Abschnitt.

Das ganze Projekt ist so angelegt, dass man sich daran beteiligen kann.
5 Quadratmeter Hecke kosten (inklusive Zaunbau) etwa 13 Euro, also etwa soviel wie ein schöner Blumenstrauß.
Wer also mal ein „besonderes Geschenk“ verschenken will, kann etwas für den Klima- und Artenschutz tun. Dafür haben wir bei betterplace.org eine Projektseite eingerichtet.
Spendenquittungen erhält der Spender via betterplace, eine Pflanzurkunde – wir haben sie „Baum & Hecken-Aktie“ genannt – kommt per Post von uns.

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Dimensionen des Wandels – es gibt keine Ausreden mehr


Alte Schlehen-Hecke bei Güterberg (Uckerland)

Alte Schlehen-Hecke bei Güterberg (Uckerland)

Wir pflanzen auf unserem Land. Aus gutem Grund.
Denn der Klimawandel geht mit einem Tempo vor sich, dass einem der Atem stocken könnte. Wir sind verpflichtet zu handeln. Wir sind es unseren Kindern und Enkeln schuldig. Es gibt keine Ausreden mehr. 
Morgens ist in Uckerland Lektüre-Zeit. Deshalb habe ich mir eine Studie angesehen, die das Max-Planck-Institut für Chemie (Deutschland) und das Cyprus-Institut in Nicosia (Griechenland) veröffentlicht hat.
Zwei Annahmen liegen der Prognose bis 2050 zugrunde (das ist schon in 34 Jahren!)
a) Es gelingt der Weltgemeinschaft tatsächlich, die CO2-Emissionen so zu begrenzen, das die weltweite Durchschnittstemperatur nicht mehr als 2 Grad ansteigt. Selbst dann wäre die beschriebene Region von katastrophalen Hitzewellen heimgesucht.
b) alles läuft weiter wie bisher: dann steigt die Durchschnitts-Temperatur um 4 Grad.
Das aber hält der Mensch nicht mehr aus.

Das aber macht große Teile Nordafrikas und des Nahen Ostens unbewohnbar.
500 Millionen Menschen leben in dieser Region. Und sie werden sich auf den Weg machen.
Israel wird betroffen sein: all die Jahrzehnte, die der Jüdische Nationalfonds in mühsamer Arbeit in Bewaldung investiert hat – vergeblich.
Jordanien wird betroffen sein. Dort sind die Bedingungen schon jetzt katastrophal.
Nordafrika – von dort kommen jetzt schon die boat people.

2050.
Das ist in 34 Jahren. Eine winzige Zeitspanne. Ein Wimpernschlag.
Unsere Gesellschaften aber dümpeln vor sich hin, nur mit sich selbst beschäftigt, nur auf den eigenen Wohlstand bedacht – dass einen das blanke Entsetzen packen kann.

Ich weiß wohl, dass sich auch etwas tut in der Welt.
Die divestment-Bewegung macht Fortschritte. Mehrere Billionen (!) Dollar sind bereits aus Kohle-Investments abgezogen worden, obwohl die weltweite Kampagne noch relativ jung ist.
Erneuerbare Energien werden – auch in China und Indien – in großem Maßstab eingesetzt. Selbst Saudi-Arabien bereitet sich auf den Ausstieg aus dem Ölgeschäft vor.

Allerdings: die Zeit reicht voraussichtlich nicht mehr. Denn Investitionen in Erneuerbare benötigen ebenso Zeit wie gesellschaftliche Prozesse des Umdenkens.
Pflanzungen benötigen ebenfalls Zeit, bis sie ihre volle Wirkung entfalten können. Etwa 20 – 30 Jahre braucht eine neue Pflanzung dafür.

Wer eher pessimistisch veranlagt ist, wird angesichts dieser gewaltigen Dimensionen des Wandels sagen: Die Erneuerbaren, die Aufforstung, das Divestment – alles gut gemeint, aber: Zu spät.
Lasst uns noch ein paar Jahre feiern. Nach uns die Dürre.

In trüben Momenten fliegen mich derlei Gedanken auch an, ich sag es offen.
Dann allerdings gehe ich zurück in den gegenwärtigen Moment. Den nur den „haben“ wir, flüchtig, wie er ist.
Was also kann ich heute tun? Gestern ist vergangen und was morgen sein wird, kann ich nicht wissen. Ich habe nur den heutigen Tag. Was also kann ich tun?
Ich kann die Pflanzungen weiter vorbereiten, die für den Herbst auf Kirchenland vorgesehen sind.
Denn: wir haben Verantwortung. Es gibt keine Ausreden mehr.
Wer sich beteiligen will, kann das hier tun.

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Das „Hecken-Projekt“ nimmt Fahrt auf.


Die ersten Uckerländer Baum- und Hecken-Aktien sind gezeichnet. 3.5.2016

Die ersten Uckerländer Baum- und Hecken-Aktien sind gezeichnet. 3.5.2016

Ich bin immer wieder erstaunt, wie schnell sich ein Projekt entwickeln kann, wenn man das Internet zur Unterstützung hat.
Abschnitt 1 von unserem Hecken-Projekt ist ja mittlerweile realisiert. Wir haben davon berichtet.
Abschnitt 2 („Jasmin“) ist via betterplace bereits finanziert, kann also im Herbst gepflanzt werden. In dieser Woche verschicken wir die „Uckerländer Baum-&Hecken-Aktien“ als Dank an die Spenderinnen und Spender.
Abschnitt 3 („Fritz“) ist zur Hälfte auch bereits finanziert, steht also auch auf der Pflanzliste.
Abschnitt 4 („Jörg“) kann nun auch mit dem Pächter besprochen werden, denn Landesminister Jörg Vogelsänger hat uns dafür Mittel in Aussicht gestellt.

Gleichzeitig kam heute die Nachricht aus Sachsen-Anhalt: dort fördert man den Lückenschluss bei Hecken und die Neuanlage von Hecken bis zu 100.000 Euro pro Projekt mit 100%.

Im Netz hat sich eine kleine Unterstützergruppe gebildet, die das Projekt durch „Teilen“, weitersagen, eigene Spenden etc. unterstützt.

Die Zeitung hat mittlerweile berichtet, das Lokalfernsehen auch.

Wenn sich das Projekt in diesem Tempo weiterentwickelt (wir haben erst vor 14 Tagen begonnen!), werden wir wohl demnächst einen kleinen Planungsstab benötigen.

Herzlichen Dank an alle, die sich mit ihren Beiträgen beteiligen.

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An meine älteren Landsleute


Das ist ist wirtschaftlicher Unsinn. Denn dieser Acker verliert an Wert. Jahr für Jahr. Weil Hecken fehlen.

Das ist ist wirtschaftlicher Unsinn. Denn dieser Acker verliert an Wert. Jahr für Jahr. Weil Hecken fehlen.

Liebe Nachbarn,
wenn Sie zwischen 50 und 70 Jahren alt sind – haben Sie sich schon einmal in Ruhe gefragt, was für eine Welt Sie Ihren Kindern und Enkeln hinterlassen möchten?
Was wollen Sie weitergeben an die nächste Generation?
Ein Haus vielleicht?
Vielleicht auch eine kleine Erbschaft? Ein gebrauchtes Auto?
Sie werden sagen: Materielles ist nicht wichtig. Denn Materielles ist sehr flüchtig. Die kleine Erbschaft ist schnell aufgebraucht, das Auto bald was für den Schrotthändler.
Wichtiger sind eine gute Erziehung und eine gute Ausbildung. Damit hab ich für meine Kinder und Enkel getan, was mir möglich war.

Schauen wir uns um in der Welt.
Wir sehen eine Welt, die überfordert ist. Unsere Lebensgrundlagen sind in einer Weise gefährdet wie wohl noch nie in all den Jahrhunderten vor uns.
Wir sehen ausgeräumte Landschaften, sehen ausgelaugte Böden, sehen die Meere voller Plastik, sehen die auf Jahrtausende hin strahlenden Reste einer verfehlten Energiepolitik.
Wir erleben gerade den Beginn der wohl stärksten Veränderung des Klimas – und die Folgen werden enorm sein.
Wissenschaftler sagen uns: eine so hohe Konzentration von Kohlendioxid in der Luft hat es noch nie gegeben, seit Menschen auf der Welt leben.
Ist es das, was wir vererben wollen?
Sollen unsere Kinder und vor allem unsere Enkel in einer Welt aufwachsen, in denen Dürren, Hochwässer, immer stärker werdende Naturkatastrophen Millionen von Menschen in die Flucht treiben werden? (Die UN rechnet mit bis zu 250 Millionen Menschen schon in den nächsten 15 Jahren, die aus Umweltgründen ihre Häuser, ihre Dörfer und Siedlungen verlassen müssen.)
Ist es das, was wir vererben wollen?

In unseren alten Schriften heißt es, der Mensch sei auf der Erde, um sie zu pflegen und zu bewahren.
Haben wir das vergessen? Haben wir vergessen, was uns unsere Vorfahren aufgeschrieben haben? Und haben wir deshalb jetzt mit den katastrophalen Folgen dieser Vergesslichkeit zu tun?

Die Erde gehört uns nicht. Wir sind nur Durchreisende. Wir sind nur ein paar wenige Lebensjahre hier. Wir sind Gäste. Jeder, der „in die Jahre gekommen ist“, weiß das.
Aber haben wir uns auch wie Gäste benommen?

Nie gab es eine reichere Rentnergeneration als die jetzige. Über fünf Billionen Euro haben allein die Deutschen auf ihren Konten. Ich weiß wohl, dass das Vermögen sehr ungleich verteilt ist: Einige Wenige haben sehr viel, viele andere haben wenig. Dennoch: nie waren die Deutschen reicher als jetzt. Alle, die nach uns kommen, werden weniger haben.
Wir haben es nicht hinbekommen, für mehr Gerechtigkeit zu sorgen. Wir sehen ja, dass es uns nicht gelungen ist.
Vor allem haben wir es nicht hinbekommen, dass die Jüngeren mit guten Chancen starten können. Denn wir haben verzehrt, was uns eigentlich nicht gehört.
Wir haben das Erbe aufgebraucht.
Was also wollen wir den Kommenden hinterlassen?

Wenn ich durch die schönen Landschaften der Uckermark gehe, fällt mir sofort ins Auge, was für eine Welt wir hinterlassen: die Dörfer werden immer leerer, weil es keine Arbeit mehr gibt, wie sie über Jahrhunderte selbstverständlich war. Das Handwerk ist ausgestorben, Läden sind geschlossen, Schulen auch. Wir sehen in den Ackerbaugebieten ausgeräumte Landschaften, Äcker, die bis unmittelbar an den Straßengraben gepflügt sind. Noch aus dem letzten Zentimeter Erde holen wir das Letzte heraus für kurzfristigen Gewinn.
Das soll unser Erbe sein?
Ich finde das sehr unbefriedigend, ja, beschämend.
So ein Erbe würde ich ausschlagen, wenn es denn ginge. Aber unsere Kinder und Enkel können das nicht. Sie müssen mit dem leben, was wir ihnen hinterlassen.

Wir müssen uns wohl eingestehen, dass wir viel zu wenig für den Schutz unserer Lebensgrundlagen getan haben. Es war uns egal, was nach uns kommt. Es war uns egal, was mit dem Klima wird. Es war uns egal, was ob es künftig noch genügend sauberes Wasser geben wird.
Es war uns alles egal.
Die eigene Karriere, das eigene Einkommen, der eigene materieller Wohlstand waren uns wichtiger. Und vor allem: der schöne Urlaub, die weite Reise.
Ist es diese Lebenseinstellung, die die Jüngeren von uns gelernt haben?
Ist das unser Erbe?

Ich will das nicht glauben.
Denn ich weiß ja auch, dass es auch in unserer Generation viele Menschen gab und gibt, die anders denken. Menschen, die wissen, dass sie nur Gäste sind. Menschen, die wissen, was unser eigentlicher Auftrag ist: diese Erde zu pflegen und zu bewahren und die auch entsprechend gehandelt haben und handeln.

Auf diese Menschen, auf Sie setze ich meine Hoffnung.
Dass wir vielleicht doch noch etwas hinbekommen. Damit wir vielleicht doch noch – wenigstens in Ansätzen, wenigstens in kleinen Bereichen, ein Erbe aufbauen, das wir wirklich mit einem guten Gewissen weitergeben können.

Es gibt in unseren uralten Kulturlandschaften noch Reste, die von einem anderen Denken Zeugnis geben.
Frühere Generationen, die noch sehr viel stärker vom Ertrag ihrer eigenen Böden leben mussten als wir, die wir die Vorteile des Welthandels nutzen konnten – frühere Generationen haben genau gewusst: wer sich nicht um den Erdboden kümmert, um jenen kostbaren halben Meter Acker, von dem wir alle leben – der schädigt nicht nur sich, sondern vor allem seine Kinder und Enkel, der nimmt ihnen die Lebensgrundlage.
Deshalb haben unsere Vorfahren ihre Felder und Äcker geschützt.
Sie haben sie geschützt vor Austrocknung, sie haben sie geschützt vor Erosion, sie haben sie eingehegt. In einigen Gegenden Deutschlands sogar auf regierungsamtliche Anweisung. Die berühmten Knicks in Norddeutschland sind so entstanden.

Wir wollen uns deshalb wieder erinnern, dass wir nur Gäste sind auf dieser Erde.
Wir wollen deshalb die kärglichen Reste der Einhegung von Land und Boden wieder herstellen.
Stück um Stück, Meter um Meter, Abschnitt um Abschnitt.

In einer der ausgeräumtesten Acker-Landschaften Deutschlands wollen wir unseren Beitrag leisten für Klimaschutz, für den Schutz der Böden, für Artenvielfalt.
Denn man weiß ja längst: nur Vielfalt gibt Stabilität. So ist es in der Natur eingerichtet.

Deshalb haben wir das Hecken-Projekt gestartet.
Wir beginnen mit eigenem Land.
Wir beginnen mit den ersten Metern.
Das Ziel ist: das viele Kilometer neuer Einhegungen entstehen.
Denn viele tausend Kilometer an ehemals vorhandenen Einhegungen sind verloren gegangen.
Es gibt also sehr viel Arbeit. (Das müsste auch die Bundesagentur für Arbeit interessieren, aber das nur am Rande.)

Diese Einhegungen sind im Grunde Wälder.
In schmalen Streifen von 5 Metern gepflanzte Waldstreifen aus einheimischen Gehölzen.
Die ältesten solcher Wald-Streifen sind über 800 Jahre alt. Man findet sie noch in Resten in Süddeutschland.
Vielleicht – das ist meine Hoffnung – findet man in unseren ausgeräumten Landschaften dereinst – in 800 Jahren vielleicht? – wieder, was Land und Boden, was Atmosphäre und Wasser schützt.
Wir müssen Vorsorge treffen.
Jetzt.
Damit unsere Kinder und Enkel sehen und verstehen können, dass wir nicht nur an uns, sondern an sie gedacht haben.

Also, meine lieben älteren Landsleute, denken Sie in aller Ruhe über diese Dinge nach.
Und wenn Sie mir zustimmen können, dann freut mich das.
Und wenn Sie nach Ihrem Nachdenken eine Möglichkeit suchen, sich zu beteiligen an dieser großen Aufgabe, dann können Sie sich hier beteiligen.
Finanziell, durch Weitersagen, dadurch, dass Sie in der Gegend, in der Sie zu Hause sind, Ähnliches beginnen.  Wenn Sie Land haben, umso besser. Beginnen Sie einfach.
Wenn das Land verpachtet ist – sprechen Sie mit den Pächtern. Sie werden auch Aufgeschlossenheit finden.
Wenn Sie kein Land haben oder verwalten, sondern in der Stadt leben, sich aber dennoch beteiligen möchten, nutzen Sie die Möglichkeiten des Internets.
Erzählen Sie von unserem Projekt weiter, laden Sie andere dazu ein, beteiligen Sie sich selbst daran.

Danke für Ihre Unterstützung!

Ulrich Kasparick, Pastor in Uckerland

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Für die Kinder


Die Kinder nehmen in Besitz, was für sie da ist.

Die Kinder nehmen in Besitz, was für sie da ist.

Das ist ein schönes Foto. Man sieht die Kinder, die mittwochs am Nachmittag zu uns kommen. Heute haben sie mit der Katechetin einen kleinen Ausflug zum Ortsrand gemacht, um die neue Hecke zu besichtigen. „Unsere Hecke“ sagen sie. Und sie haben Recht damit.
„Das ist eine tolle Idee, diese Hecke, da können sich die Tiere verstecken und die Vögel Brutplätze finden!“
Das stimmt. Und der Wind kann später nicht mehr so sehr an den Feldern zauseln und den Ackerboden wegwehen. Außerdem gibt die Hecke Sauerstoff und sie filtert Staub und Abgase aus der Luft, reinigt sie. Das ist wichtig für Tiere und für Menschen.
Die Hecke wird weiter wachsen, wird länger werden. Meter um Meter, Abschnitt um Abschnitt. Und es werden sich viele daran beteiligen, da bin ich sicher.
Das Geld für den nächsten Abschnitt haben wir ja schon zusammen. „Jasmin“ soll er heißen. Weil Jasmin 20 Euro von ihrem knappen Taschengeld für die neue Hecke gegeben hat. Das sind vier Monatsgehälter!
Und für den Abschnitt „Fritz“ sammeln wir grade.
Wer will, kann hier draufklicken und sich beteiligen.
Ein schöner Tag in unserem Projekt.
Die Kinder nehmen in Besitz, was für sie angelegt wurde.

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