Jetzt wird die Hecke politisch. Oder praktisch. Je nachdem


Grafik: Jürgen Fiege, MünchenIch hatte heute vorgeschlagen, dass sich die Bundesagentur für Arbeit gemeinsam mit den Landbesitzer-Verbänden, den Kirchen (da ist nicht wenig Land), den Landkreisen und Kommunen mal zusammensetzt, um ein Programm „Erosionsschutz“ für den Zweiten Arbeitsmarkt zu entwickeln.
Finanziert über CDM (Clean Development Mechanism).
CDM ist aber derzeit (noch) nicht für derlei Projekt geöffnet. Der Grund ist schlicht: Investitionen bei uns sind, verglichen mit entsprechenden Investitionen in Entwicklungsländern „zu teuer“.
Deshalb müsste so ein Programm an zentraler Stelle eine Experimentierklausel enthalten.
Weshalb?
Nun. Im Moment geht die Sache ziemlich langweilig zu: man beauftragt ein Fortstdienstleistungsunternehmen, das baut einen Drahtzaun und pflanzt Bäume und Sträucher hinein. Das ist nicht billig. 100 Meter kosten round about 2.000 Euro. Die kann man zwar via Internet und betterplace.org innerhalb von zweieinhalb Tagen organisieren, wie wir gezeigt haben, aber auf ein paar hundert Kilometer Strecke muss man da schon anders ran.
Also:
Weshalb nicht auch experimentieren und Innovation provozieren?
Weshalb nicht auch mal ein Abschnitt als Benjes-Hecke?
Weshalb nicht auch mal ein Abschnitt mit lebenden Zäunen?
Weshalb nicht auch mal ein Abschnitt mit klimafesteren Pflanzen?
So ein Programm bräuchte deshalb ein Monitoring.
Sagen wir, durch die Fachhochschule in Eberswalde, da ist genügend know how und auch ausreichende internationale Vernetzung.
Die weltweit Besten könnte man hinzuziehen: das beste Wissen findet man derzeit in Israel beim Jüdischen Nationalfonds. Dort kann man mittlerweile sogar Wälder in wüstenähnlichen Gebieten anlegen. Weil man beispielsweise eine uralte Pflanztechnik der Nabatäer nutzt, die das Bewässerungsproblem mit Hilfe von Feldsteinen löst.
Also: was fehlt, sind Jobs auf dem Lande.
Was fehlt, ist gut finanzierbarer Erosionsschutz auch in Europa.
Was fehlt, ist eine Öffnung des CDM für Projekte innerhalb Europas.
Was da ist: ein paar Landeigentümer (Kirchgemeinden zum Beispiel), die Neues anpacken wollen. Dazu gehört auch der Wille zur Innovation.
Derzeit prüfen wir gerade am Beispiel der Uckermark, wie viele Kilometer kommunaler Straßen und „Feldwege“ zur Verfügung stünden. Meine Vermutung ist: es sind etliche Hundert Kilometer, wenn nicht gar mehr, denn die Uckermark ist nicht klein. Und wenn man dann mit den Landeigentümern und mit den Pächtern spricht, dürfte sich einiges ergeben.

Vielleicht nimmt ja die Fachhochschule in Eberswalde gemeinsam mit dem Landkreis diesen Ball auf.
Die Uckermark könnte so einen weiteren innovativen Baustein hinzufügen zur Debatte um Klimaschutz, Erosionsschutz und kreative Finanzierung. Und Arbeitsplätze schaffen. Zunächst im Zweiten Arbeitsmarkt, dann auch im Ersten.

Über stillefinden

dies ist der blog der Kirchgemeinden im Uckerland. verantwortlich: Pfarrer Ulrich Kasparick Hetzdorf 16 17337 Uckerland mail: Hetzdorf@pek.de auch bei facebook: https://www.facebook.com/pages/Kirchen-in-Uckerland
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