Beiträge zur Kultur des Abendlandes (3). Dekalog. Du sollst den Gottesnamen nicht mißbrauchen


Wenn wir , wie im ersten blog-Beitrag zum Thema das „du sollst nicht….“ der Gebote lesen als „es ist besser für dich und andere, wenn du nicht….“, dann klingen die Gebote neu und frisch.
Für mich klingen – und sind – sie in Wort geronnene Erfahrungen.
Eben auch deshalb wurden und werden sie von Generation zu Generation durch die Jahrtausende weiter gegeben.

Die Erfahrung 3 lautet nun also:
„Es ist nicht gut für dich und andere, wenn du den Gottesnamen mißbrauchst“

Die Liste der Missbräuche des Gottesnamens ist lang und fürchterlich.
Auch in unseren Tagen wird der Gottesname missbraucht. Und auch unsere Generation macht wieder die uralte Erfahrung: es ist nicht gut, wenn man den Gottesnamen „fälschlich im Munde führt“, wie Luther formuliert hat. Denn auch unsere Erfahrung zeigt: „es wird nicht ungestraft bleiben, wer den Gottesnamen mißbraucht.“
Egal, wo wir hinschauen, ob wir ISIS als Beispiel nehmen, oder die Kriege gegen „das Reich des Bösen“ (Irak, Afghanistan); ob wir die Religionskriege des Mittelalters nehmen (beide Seiten stritten nicht selten „im Namen Gottes“) oder ob wir die Weltkriege betrachten, bei denen so mancher Soldat ein „Gott mit uns“ auf dem Koppel trug – immer wenn der „Name Gottes“ als Begründung für Gewalt herhalten musste, blieb die „Strafe“ nicht fern: Millionen toter Menschen legen Zeugnis ab von der fürchterlichen Strafe, die auf den Missbrauch des Gottesnamens folgt. Auch in der Gegenwart.

Deshalb ist dieses Dritte Gebot gerade in unseren Tagen vielleicht aktueller denn je.
Immer wenn „im Namen Allahs“ oder „im Namen Gottes“ oder – in der abgeschwächten Form – „im Namen des christlichen Abendlandes“ gewaltsam gegen andere Menschen zu Felde gezogen wird, gegen „Muslime“ oder gegen „Christen“, gegen „Juden“, gegen „Ausländer“ oder gegen „Andersgläubige“ – zunächst mit Worten, dann, folgend, meist auch mit Taten – immer dann wird der „Name Gottes“ missbraucht und das Elend unter den Menschen wird größer, nicht geringer. So sagt es die tausendfach bewährte Erfahrung, die in den Heiligen Schriften überliefert ist.
Denn der Kern des Gottesnamens ist Liebe und nicht Hass. So sagen es alle Religionen der Welt.

Das will in Zeiten von PEGIDA, ISIS und allerlei anderen Konflikten, in denen der „Name Gottes“ eine Rolle spielt, besonders bedacht sein.

Wir Menschen müssen endlich lernen, unsere Konflikte zivil zu regeln.
Vor allem müssen wir lernen, unsere Konflikte nicht „im Namen Gottes“ mit Gewalt zu regeln. Denn die Folgen sind fürchterlich.
Das ist die Botschaft des Dritten Gebotes.
Deshalb ist es so wichtig als Orientierung und als Fundament unserer Gesellschaft.
Ich schreibe das auch und gerade denjenigen ins Stammbuch, die da unterwegs sind, um die „Werte des christlichen Abendlandes“ zu „verteidigen“.
Bedenkt dieses Fundament unserer Gesellschaft sorgfältig! Und dann steckt eure Fahnen wieder ein.
Wir haben mittlerweile zivile Möglichkeiten und Orte der zivilen Lösung von Interessenskonflikten.
Man nennt sie Parlamente.

 

Über stillefinden

dies ist der blog der Kirchgemeinden im Uckerland. verantwortlich: Pfarrer Ulrich Kasparick Hetzdorf 16 17337 Uckerland mail: Hetzdorf@pek.de auch bei facebook: https://www.facebook.com/pages/Kirchen-in-Uckerland
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Eine Antwort zu Beiträge zur Kultur des Abendlandes (3). Dekalog. Du sollst den Gottesnamen nicht mißbrauchen

  1. Elisabeth Mariam Müller schreibt:

    Aber Gott anrufen und sich im hingeben und ihm seine Ängste sagen, damit wir Trost finden in dieser schrecklichen Zeit.
    Danke

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