Etwas von Mönchen und Rosen. Und China


Der „Tag des offenen Gartens“ liegt nun hinter uns. Wir haben auf der Garten-Seite vom Internet-Garten in Hetzdorf (Uckermark) davon berichtet. Etwa 200 Gäste waren gekommen. Aus Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Berlin. Ein Minister a.D. hat gelesen, sogar das Kirchenamt der EKD aus Hannover war vertreten. Rundherum eine schöne Sache.
Neue Rosen für den Garten kamen als Stiftungen zu unserer Sammlung dazu. Auf eine will ich hier besonders hinweisen, weil sie eine interessante Geschichte hat: die Rosa omeiensis Pteracantha. Eine chinesische Wildrose, entdeckt vom Jesuiten-Pater Père Delavay.
Francois Joyaux schreibt dazu in seiner „Enzyklopädie der Alten Rosen“ (Eugen Ulmer KG 2008, der auch das eingefügte Foto entnommen ist):
rosa omeiensis 'Pteracantha". Chinesische Wildrose aus Sechuan„Diese chinesische Wildrose verdanken wir Père Delavay, der sie im westlichen Sichuan fand. Im April 1884 und Mai 1886 sammelte er Pflanzenteile von mehreren blühenden Exemplaren in Höhen zwischen 2500 und 2800 m, im Juni 1887 auch von fruchtenden Exemplaren. Diese sandte man an das Pariser Naturkundemuseum, wo sie der Botaniker Adrien Franchet (1834-1900) beschrieb; der Familie Villmarin vertraute man die Saat der R. omeiensis Pteracantha zur Aufzucht auf ihren Länderen Les Barres (Loiret) an. Die eigentliche Art R. omeiensis, die im Gegensatz zur „Pteracantha“ sehr wenig gehandelt wird, ist weniger interessant als die hier beschriebene Sorte. Interessant ist diese wunderliche Rose vor allem aufgrund ihrer großen jungen Stacheln. Charlotte Testu fand sie ganz außergewöhnlich: „Für mich zählen einzig ihre wundersamen jungen Stacheln, rot und durchscheinend, die wie gemacht sind für Gegenlichteffekte am frühen Morgen und in der Abendsonne, wenn sie im schrägen Licht rubinrot aufscheinen, vor allem aber für den Winter, da sie an den kahlen Trieben auch zur Mittagszeit sichtbar sind.“

Die Entdeckung der chinesischen Rosen war „die Entdeckung“ des neunzehnten Jahrhunderts. Denn die Einkreuzung einheimischer Rosen mit den China-Rosen ermöglichte unseren einheimischen Rosen, nun auch mehrfach zu blühen.

Der 2012 im Internet entstandene Rosen-Garten, der nun schon von über 2.500 Menschen besucht und gesehen wurde, obwohl er erst zwei Jahre alt ist, wird zunehmend zum Anziehungspunkt in der nördlichen Uckermark. Das freut uns sehr. Und die mittlerweile 130 Rosen-Stöcke aus aller Welt zeigen neben schönen historischen Rosen auch solche Schönheiten, wie die hier beschriebene.

Über stillefinden

dies ist der blog der Kirchgemeinden im Uckerland. verantwortlich: Pfarrer Ulrich Kasparick Hetzdorf 16 17337 Uckerland mail: Hetzdorf@pek.de auch bei facebook: https://www.facebook.com/pages/Kirchen-in-Uckerland
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Eine Antwort zu Etwas von Mönchen und Rosen. Und China

  1. Elisabeth Mariam Müller schreibt:

    Das macht mich richtig froh, dass das so ein Erfolg geworden ist. Ich bin ein großer Fan des Rosengartens.

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