„Ich höre Ihnen aufmerksam zu“. Etwas vom Ehrenamt


Uta von Holtzendorff aus Wilsickow (Uckerland) war lange Jahre Leiterin einer Einrichtung für Senioren in Strasburg (Uckermark). In den Wendejahren hat die damals Vierzigjährige beruflich noch einmal ganz neu begonnen und am Ende ihrer Ausbildung die Einrichtung übernommen. Sie ist ein Mensch, der Verantwortung übernimmt. Sie ist durch ihre Arbeit bekannt in vielen Familien und hat einen exzellenten Ruf.
Nun ist sie in den Ruhestand gegangen.
„Ich will etwas in der Gemeinde tun“ hat sie mir anlässlich ihres Ruhestandes gesagt. Das war ein sehr großes Geschenk.
Denn: es gibt jede Menge Aufgaben in der großen, ländlichen Gemeinde mit ihren 19 Ortschaften.
Ganz besonders wichtig: Besuchsarbeit.
Es gibt nicht wenige Menschen, die allein sind. Sie freuen sich, wenn sie besucht werden, wenn man sie wertschätzt und ihnen zuhört.
Wir brauchen einen Besuchsdienst in der Gemeinde.
Damit wollen wir nun beginnen. Vielleicht werden sich andere Menschen finden lassen, die daran mittun.
Heute haben wir zusammen überlegt, wie wir beginnen wollen und waren uns schnell einig:
Mit den Menschen, die nicht mehr aus dem Hause kommen, weil sie gebrechlich geworden sind.
Einen Nachmittag in der Woche wird Frau von Holtzendorff für diese Arbeit reservieren. Sie wird sich telefonisch anmelden und konkrete Besuchszeiten vereinbaren.
Dann wird sie sich ins Auto setzen und Menschen in Uckerland besuchen.
Als „Service“ der Kirchgemeinde, als „Dienst am Nächsten“.
In unserer ländlichen Kirchgemeinde mit ihren 19 Dörfern gibt es einen hauptamtlichen Mitarbeiter und eine Katechetin, die stundenweise Kinderarbeit und Büroarbeiten erledigt. (In Wahrheit jedoch arbeitet sie weit mehr).
Wir müssen also in der Kirchgemeinde mit Ehrenamtlichen arbeiten. Anders geht es nicht.
Es ist eine große Sache, wenn Menschen ihre Erfahrung und ihre Zeit – die sie nach einem langen, nicht selten anstrengenden Berufsleben wahrhaftig anders verbringen könnten – für ein solch wichtiges Ehrenamt zur Verfügung stellen.
Deshalb werden wir am Reformationstag Uta von Holtzendorff in einer öffentlichen Veranstaltung in dieses Ehrenamt ganz offiziell einführen, damit möglichst viele Menschen davon erfahren.
Diese Arbeit, die sehr im Stillen stattfinden wird, wird ganz sicher mit zu den wichtigsten Diensten gehören, die die Kirchgemeinde für die Menschen in Uckerland tun kann.
Menschen, die sich für ein solches Amt zur Verfügung stellen, sind ein großer Reichtum.
Deshalb schreibe ich diesen Text auch: um „Danke“ zu sagen.

Über stillefinden

dies ist der blog der Kirchgemeinden im Uckerland. verantwortlich: Pfarrer Ulrich Kasparick Hetzdorf 16 17337 Uckerland mail: Hetzdorf@pek.de auch bei facebook: https://www.facebook.com/pages/Kirchen-in-Uckerland
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Eine Antwort zu „Ich höre Ihnen aufmerksam zu“. Etwas vom Ehrenamt

  1. Und es gibt viele Kinder und Jugendliche, die von den Erfahrungen dieser Menschen, die alleine sind und leben, gern hören würden. Auch das könnte Frau von Holtzendorff vorantreiben.

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