Der Tod ist verschlungen in den Sieg (1. Kor. 15,55) – eine Bitte an Schreibende


von einer Linde umwachsener Grabstein in Brietzig (Mecklenburg-Vorpommern)

von einer Linde umwachsener Grabstein in Brietzig (Mecklenburg-Vorpommern)

Manchmal gibt es Hinweise, Illustrationen, Bilder. Da wird das Auge aufmerksam auf etwas. „Der Tod ist verschlungen in den Sieg“ heißt es in einem alten Brief, den der Zeltmacher Paulus an eine Gemeinde in Korinth geschrieben hat. Und weiter: „Tod, wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg?“
Johannes Brahms hat diese Verse in seinem Deutschen Requiem vertont, oft hab ich diese Worte gesungen. Großartige Musik.
Brahms hat das Requiem in Erinnerung an seine Mutter nach deren Tod geschrieben. Das Requiem ist eine Auseinandersetzung um eine der ganz großen Menschheits-Fragen.
Tod und Leben. Wie ist ihre Beziehung zueinander? Wer wird „den Sieg“ behalten?
Der Zeltmacher Paulus schrieb vor fast 2000 Jahren: „Der Tod ist verschlungen in den Sieg“. Er redet in seinem uns in griechischer Sprache überlieferten Brieftext von der begründeten Hoffnung, die aus einer tiefen inneren Einsicht kommt. „Der Tod wird nicht das letzte Wort behalten“. Eine Aussage, die in vielen Kulturen begegnet. Seltsam, dass Menschen rund um die Welt zu solcher Einsicht kommen. Seltsam auch, dass Menschen rund um die Welt solche Einsicht aufschreiben und weitergeben in ihren heiligen Schriften. Da gibt es ein Wissen, das in verschiedensten Kulturen auftaucht, in verschiedenen Worten ausgedrückt, gemalt, musiziert, bedichtet wird.
Heute sah ich den eingewachsenen Grabstein in Brietzig neu. Diese alten Worte stellten sich nämlich zum Bild hinzu und begannen, an ihm zu arbeiten.
Eine Idee entstand:
vielleicht könnte dieses Foto von dem eingewachsenen Grabstein in Brietzig eine Anregung für Schreibende sein, einen kleinen Text zu entwerfen und ihn uns zur Verfügung zu stellen?

Wir könnten eine Anthologie daraus machen. Lyrik, Prosa, Erzähltes, auch Briefe oder anderes.
Texte zum „eingewachsenen Grabstein von Brietzig“. Es ist ein „anonymes“ Grab. Im Ort gibt es nämlich niemanden mehr, der sagen könnte, wer dort beerdigt wurde.
Schreibende würden uns per mail ihren Text schicken, wir würden ihn in einer Anthologie zusammenfassen und das Ganze könnte ein Beitrag zur Finanzierung eines elektrischen Geläutes in Brietzig werden?
Die Dorfkirche in Brietzig wurde vor zwölf Jahren restauriert. Mit Mitteln der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Aber im Turm ist Etliches zu tun. Zunächst muss die Holzkonstruktion im Turm, die die Glocke trägt, repariert und erneuert werden, bevor ein elektrisches Geläut eingefügt werden kann.
Es gibt viele Menschen im Dorf, die sich darum bemühen. Das alte mechanische Uhrwerk haben sie schon wieder hergerichtet. Die Uhr schlägt. Aber sie muß einmal am Tage aufgezogen werden.

Vielleicht könnte eine solche Anthologie über den „eingewachsenen Grabstein von Brietzig“ helfen, die notwendigen Arbeiten zu finanzieren?

Einen Versuch ist es wert. Wer uns einen Text zum „eingewachsenen Grabstein von Brietzig“, etwas zum Verhältnis von Tod und Leben, zu diesem Foto schreiben möchte, der kann das gerne tun. Wir brauchen Name und mail vom Autor und sein Einverständnis, dass wir seinen Text in der Anthologie mit aufnehmen dürfen. Man kann uns auf facebook eine Direktnachricht schicken oder man kann auch eine mail schicken an unsere Gemeinde-Adresse: Hetzdorf@pek.de

Wir freuen uns, wenn die Sache zu Stande kommt.

Über stillefinden

dies ist der blog der Kirchgemeinden im Uckerland. verantwortlich: Pfarrer Ulrich Kasparick Hetzdorf 16 17337 Uckerland mail: Hetzdorf@pek.de auch bei facebook: https://www.facebook.com/pages/Kirchen-in-Uckerland
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3 Antworten zu Der Tod ist verschlungen in den Sieg (1. Kor. 15,55) – eine Bitte an Schreibende

  1. Martin Happel schreibt:

    Möglicherweise handelt es sich dabei um ein sog. Flurdenkmal, einen Kreuzstein. Die wurden im Mittelalter vor allem zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert als Rechtsdenkmale an Stellen errichtet, an denen verunglückte oder erschlagene Personen umgekommen sind. Bei Gewaltverbrechen wurden sie oft vom Täter nach einem Sühnevertrag als Sühnekreuz aufgestellt.

  2. Susan Ville schreibt:

    Sensationelles Bild. Kann mir kaum eine bessere Symbolik von Werden und Vergehen, Mensch und Natur im ewigen Austausch, vorstellen.

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