Vom Fuchs in meinem Garten


fuchs 26.3.13 002Heute hat er mich besucht. Die Sonne schien. Er saß da hinter dem Sommerbeet und sonnte sich.
Ich sah ihn an und sah ihm zu, wie er da saß und in die Sonne blinzelte.
Ein schöner Fuchs.
Hat alles was er braucht.
Hat Zeit am hellerlichten Tage, nimmt sich eine kleine Auszeit, sitzt in der Sonne und freut sich an ihren warmen Strahlen nach dem langen Winter.
Er braucht keine zwei Paar Schuhe oder mehr, er hat keine Heizung, um Arbeit macht er sich keine Sorgen, er lebt von dem, was er findet. Um Kleidung muss er sich auch nicht kümmern, das ist alles geregelt. Er hat, was er braucht.
Da sitzt er jetzt. In der Sonne.
Die Natur ist noch sehr stark hier auf dem Lande. Täglich zeigt sie mir solche Beispiele von Effizienz und Schönheit.
Sie ist perfekt.
Man kann sie nicht verbessern.
Kein Raubbau, keine Abfälle, alles ist Teil eines großen Ganzen.
Es ist schön, die Natur zu sehen, wie sie ist.
Ganz Anderes erreicht mich aus den Städten: da geht es um Geld, Kredite, Besitz. Da geht es um Raubbau an der Natur, um unverrottbare Abfälle, um „Fortschritt“, um Korruption und Glaubwürdigkeit, um Pessimismus und noch mehr Wachstum. Nach uns die Sintflut.
Manchmal habe ich den Eindruck, viele Menschen seien mittlerweile ganz und gar aus der Natur herausgefallen. Sie gehören nicht mehr dazu, so wirkt manches auf mich.
Denn, was sie hinterlassen, ist vor allem Zerstörung. Sie reden von „Effizienz“, aber am Ende kommt nur ein anderer Materialverbrauch dabei heraus. Was wirkliche Effizienz ist, kann man an diesem schönen Fuchs sehen.
Der Mensch ist nicht effizient. Er ist zerstörerisch. Die Verbräuche steigen und steigen, die Natur kommt aus dem Lot. Und ist es wohl schon zu großen Teilen.

Der Fuchs da sitzt und freut sich an dem, was er da gefunden hat: Wärme.

Wie viel ist genug?
Wann kann ein Mensch sagen: ich habe alles, was ich wirklich brauche? Mehr will ich nicht? Wann hören wir auf, innere Leere mit Dingen zu stopfen?
Erich Fromm hat darüber geschrieben: Haben oder Sein. Ein wichtiges Buch.
Was „Sein“ bedeutet, erklärt mir der Fuchs, der mich heute Vormittag besucht.

Viele Menschen sind „aus der Natur gefallen“, sind aus der Mitte gefallen, sind ver-rückt. Die Maßstäbe des Lebens stimmen nicht mehr.
Maßstäbe des Menschlichen.
Wo wären die zu suchen?

Mir fallen alte Worte ein:
„Schaut euch die Vögel des Himmels an.
Seht die Lilien auf dem Feld!“

Sie haben alles, was sie wirklich zum Leben brauchen.
Ich bin dankbar für solche Lehrmeister.

Über stillefinden

dies ist der blog der Kirchgemeinden im Uckerland. verantwortlich: Pfarrer Ulrich Kasparick Hetzdorf 16 17337 Uckerland mail: Hetzdorf@pek.de auch bei facebook: https://www.facebook.com/pages/Kirchen-in-Uckerland
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