Zum ersten Advent


Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer (Sacharja 9,9)
blogtext zum 1. Advent
„Lasst uns der Welt antworten, wenn sie uns furchtsam machen will: Eure Herren gehen – unser Herr aber kommt!“ (Bundespräsident Gustav Heinemann).
Das ist das Spannungsfeld, in dem ich die Losung für den ersten Advent lese: Da der Prophet des Alten Bundes, hier der Christ und Politiker.
„Könige“ haben im Moment schlechte Konjunktur. Sie treten zurück, werden durch Revolutionen hinweggefegt, von Übergangsregierungen abgelöst. Könige sind in der Krise, nicht nur in Nordafrika, Italien oder Griechenland. „Eure Herren gehen – unser Herr aber kommt“, sagt Gustav Heinemann. Er hatte es erlebt: Das „Tausendjährige Reich“ hielt gerade mal zwölf Jahre. Wir haben gesehen, wie auch spätere „Könige“ gehen mussten. Gebete und Kerzen haben vor zwanzig Jahren mit dazu beigetragen.
Die Adventsbotschaft ist den Königen ein Dorn im Auge. Denn sie rüttelt an ihrer Macht. Aber die Botschaft „unser Herr kommt“ ist auch ein Trost für die Menschen, die den Königen ihrer Zeit die Stirn bieten. Nicht selten sind es christliche Gemeinden, die die Mächtigen daran erinnern, dass all ihre Macht nur geliehen ist.
Der König der glaubenden Menschen – von dem man sagt, er ist der Herr der Welt, der Schöpfer aller Dinge, von dem man sagt, er trägt die Welt, er ist das Leben und die Wahrheit und der Weg – der hat ein anderes Format: Er ist der Grund aller menschlichen Macht.
Die „Könige“ unserer Zeit sind auch die Finanzexperten, die Rating-Agenturen, die glauben, sie könnten mit ihren Investments die Welt regieren. Sie machen Angst mit ihren Prognosen und doch sind sie nichts gegen das Kind in der Krippe.
Die Adventsbotschaft ist eine Botschaft der Bescheidenheit. Nicht ihr tragt die Welt, sondern der König ist es, der in Gestalt des Flüchtlingskindes irgendwo in einem Flüchtlingscamp, irgendwo auf einem Bauernhof in einer ärmlichen Krippe zur Welt kommt.
Das ist eine so fundamental neue Sicht der Welt, dass uns nur noch der staunende Ausruf bleibt, den wir im Adventschoral singen: „Wie soll ich dich empfangen? Und wie begegnen dir?“

Über stillefinden

dies ist der blog der Kirchgemeinden im Uckerland. verantwortlich: Pfarrer Ulrich Kasparick Hetzdorf 16 17337 Uckerland mail: Hetzdorf@pek.de auch bei facebook: https://www.facebook.com/pages/Kirchen-in-Uckerland
Dieser Beitrag wurde unter Begegnung mit Texten abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s