Blinder Engel. Oder: der Hoffnungsleuchter von Papendorf


 Wir waren verabredet, der blinde Engel und ich.
Ich wusste gar nicht, dass er auf mich wartet.
Engel zeigen sich überraschend….
Er wartete heute in der Papendorfer Kirche auf mich. Papendorf liegt in Uckerland. Dicht an der Autobahn A 20.
Rechts am Altar steht er….
Ich war verabredet mit einem Kirchenältesten, mit einer Architektin und mit einer Baupflegerin. Wir wollten uns die Kirche ansehen. Genauer: den Turm, denn dort hat sich echter Schwamm ausgebreitet. Die Statik des Turmes ist nicht mehr stabil, wir müssen etwas tun.
Lange schon hat keine Veranstaltung mehr in der Kirche stattgefunden.
Nur für Beerdigungen nutzt man den Raum noch.
Die Orgel besteht nur noch aus einem Gehäuse, das Reste von Tastatur und einige Orgelpfeifen beherbergt.
Im Raum selbst herrschen die Spinnweben vor. Feuchte Stellen im Mauerwerk, sowohl oben am Gesims als auch unten an den Fundamenten. Schwamm im Gebälk.
Im kleinen Gemeinderaum hinter dem Altar ein ähnliches Bild.
„Früher hat es hier noch viel schlimmer ausgesehen“ erzählt der Älteste.
Die alten Kirchenbänke sind entfernt, Stühle stehen.
Eigentlich ein schöner, klarer Raum, geeignet für Konzerte und Ausstellungen. Die Kirche liegt in unmittelbarer Nähe zur Autobahn A 20. Ob wir eine „Autobahnkirche“ daraus machen könnten? Einen Ort der Stille in hektischen Zeiten? Einen Ort der Besinnung?
Die Denkmalpflegerin ist skeptisch. Man habe das schon vergeblich versucht.
Dann finden wir einen Karton.
Irgendwelche Metallgegenstände stecken darin, durcheinander, verhakt, rostig.
Bei genauerem Hinsehen stellt sich heraus: das sind Teile eines Kronleuchters!
Mit dem Messer schaben wir eine Stelle frei: Messing.
Ein Messing-Kronleuchter. Der muss früher mal im Kirchenschiff gehangen haben.
„Ich kenne einen Restaurator, der soetwas wieder sehr schön herrichten kann“ sagt die Denkmalpflegerin.
Wir überlegen, wie wir vorgehen wollen.
Eine gründliche Bestandsaufnahme muss gemacht werden. Aus denkmalpflegerischer Sicht, der Statiker muss seine Meinung sagen. Wir brauchen die genaue Analyse, damit wir dann Schritt für Schritt vorgehen können.
Zunächst soll mit Hilfe der Freiwilligen Feuerwehr – denn die hat die langen Leitern – das Kirchenschiff gereinigt werden. Das soll im Frühjahr geschehen.
Ein schadhaftes Bleiglasfenster kann zügig repariert werden – noch vor dem Winter.
Zu Pfingsten soll dann wieder eine schöne Veranstaltung hier stattfinden.
Dafür soll der Leuchter sein Licht geben. Er soll restauriert sein bis dahin, soll strahlen im neuen Glanz in der gereinigten Kirche.
Zu Pfingsten wollen wir seine Kerzen wieder entzünden. Als Zeichen des Neubeginns.
„Hoffnungsleuchter“ werden wir ihn nennen.
„Wieviel braucht man, um einen solchen Leuchter wieder her zu stellen?“ frage ich die Baupflegerin.
„Das hängt davon ab, wie viele Teile ersetzt werden müssen“ sagt sie. „Irgendetwas zwischen 1.000 und 2.000 Euro auf jeden Fall“.
Gut. Das ist ein erreichbares Ziel.
Wir wollen den Raum wieder nutzen.
Der Leuchter soll uns leuchten.
Und der blinde Engel am Altar wird dann die Lieder hören, die wir singen.
Die Lieder von Auferstehung und Hoffnung.
Der Leuchter und der Engel gehören zusammen.
Vielleicht werden wir eines Tages die Mittel haben, um auch den „blinden Engel“ wieder zu restaurieren.
Die Tage werden es zeigen.
Wer uns helfen will, ein kleines Zeichen der Hoffnung zu setzen, kann das tun.
Evangelische Kirchgemeinde Hetzdorf
Kontoverbindung: VR Bank Uckermark-Randow eG
Kontonr: 140608793
BLZ 150 917 04
Kennwort: „Hoffnungsleuchter Papendorf“.
Spendenquittung versteht sich von selbst.

Über stillefinden

dies ist der blog der Kirchgemeinden im Uckerland. verantwortlich: Pfarrer Ulrich Kasparick Hetzdorf 16 17337 Uckerland mail: Hetzdorf@pek.de auch bei facebook: https://www.facebook.com/pages/Kirchen-in-Uckerland
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Eine Antwort zu Blinder Engel. Oder: der Hoffnungsleuchter von Papendorf

  1. bikerpfarrer schreibt:

    schöne Worte!
    Danke. 🙂

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