Wir wollen den Schatz der Milower Kirche retten! (Von H. P. Schilling, Milow)


Eigentlich fing alles ganz harmlos an, als sich Freunde, Verwandte und Bekannte eines Berliner Studentenpaares mit einem Bus auf den Weg machten, um sie in ihrem neuen Milower Domizil zu besuchen. Dabei kam der Gedanke, auch etwas für die Milower Kirche zu tun und so wurde am Vorabend aus einem Getränkekarton für die Spenden eine Pappkirche gebastelt.
Diese Spenden blieben ungenutzt, bis zum Pfarrstellenwechsel 1997. Als die Innendecke der Kirche erneuert werden mußte, kam auch die Pappkirche wieder zur Geltung, in ihr befanden sich über 200 DM; sie erhielt jetzt ihren Standort in der Kirche und konnte von da an zu vielen Aktivitäten durch gesammelte Spenden einen finanziellen Beitrag leisten ebenso wie die Benefizkonzerte, die jetzt in der Kirche angeboten wurden.
Die Glocke wurde wieder zum Läuten gebracht, Lampen kamen in die Kirche, Schallluken erneuert, die Bleiglasfenster ersetzt und mit Hilfe der Milower viele Ausbesserungsarbeiten durchgeführt. Als dann aber die Schäden am Kirchturm immer sichtbarer wurden, war die Kraft der 190 Einwohner von Milow am Ende. Unter dem Dach des Dorfvereins gründete sich 2005 die Initiativgruppe Milower Kirche, ihr Motto: „Die feldsteingemauerte Kirche in unserem Dorf sagt uns schon über Jahrhunderte, daß wir des festen Glaubens bedürfen für unser Leben und unsern Tod jetzt und in der Zukunft.“ Die Bitte um Spenden ging in alle Richtungen und im November 2006 konnte mit einem Festgottesdienst der erneuerte Kirchturm wieder seine Botschaft weit in die Landschaft senden.
Da war aber auch noch die Grünebergorgel, im ersten und zweiten Weltkrieg ausgeplündert, notdürftig repariert, erschreckte sie immer wieder durch ihre Heuler. Wieder wurden Bittbriefe in alle Richtungen geschickt und mit Hilfe der Ostdeutschen Sparkassenstiftung und der Sparkasse Uckermark konnte auch die Orgel restauriert werden, eine besonders wertvolle, romantische Orgel. Mit einer Spende der Axel Springer Stiftung gab es dann auch noch eine Bankheizung.
Orgelkonzerte brachten wieder Spenden und mit dem festlichen Eröffnungskonzert des 1. Uckermärkischen Orgelfrühlings war die Milower Kirche der Beginn einer sehr anerkannten Konzertreihe der Stiftung Uckermärkische Orgellandschaft.
Aber da war noch etwas, hinter den getünchten Wänden zeigten sich schemenhaft Wandmalereien. Die Orgelrestauratoren legten Teilaspekte frei und das Brandenburgische Landesamt für Denkmalschutz stellte für die in der Kirche rundumlaufenden Fresken und Bordüren aus dem 15. Jahrhundert fest: „Die Erlebbarkeit herzustellen wäre ein Gewinn für den Bau und die Kulturlandschaft dieser Region insgesamt.“ Auch für dieses Vorhaben setzt sich die Initiativgruppe gemeinsam mit der Kirchgemeinde im Uckerland ein. Es sind 70.000 Euro aufzubringen. Bisher konnten 10.000 Euro eingeworben werden, die Arbeiten wurden begonnen und es besteht die Hoffnung, figürliche Darstellungen freilegen zu können. Nicht nur die Arbeiten, auch die Suche nach weiteren Geldern wird zur Sisyphusarbeit, allerdings mit einem erreichbaren Ziel und aus der Pappkirche ist inzwischen ein kleiner, fester Nachbau unserer Kirche entstanden, der weiterhin Spenden sammelt.
Spendenkonto: Kirchgemeinde Hetzdorf (Uckerland)
Konto: VR Bank Uckermark-Randow eG
Kontonr.: 140608793   BLZ 150 917 04   Kennwort:“Kirche Milow“

Über stillefinden

dies ist der blog der Kirchgemeinden im Uckerland. verantwortlich: Pfarrer Ulrich Kasparick Hetzdorf 16 17337 Uckerland mail: Hetzdorf@pek.de auch bei facebook: https://www.facebook.com/pages/Kirchen-in-Uckerland
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Eine Antwort zu Wir wollen den Schatz der Milower Kirche retten! (Von H. P. Schilling, Milow)

  1. Alexei schreibt:

    Netter Blog, gefaellt mir sehr. Auch tolle Themen.

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